Aus dem thematischen Rahmen des jeweiligen Moduls werden Inhalte definiert, die mittels der Simulativen Arbeit angewendet werden sollen. Diese festgelegten Lehr- und Lernsituationen werden entsprechend der definierten Phasen (Briefing, Durchführung (Szenario), Debriefing) der Simulativen Pädagogik von den Lehrenden ausgearbeitet:
Für jede Lerneinheit werden Lernziele (2-3 Lernziele, allgemeine und spezifische) formuliert. Für die gewählte Handlung/Situation/Ablauf wird ein „Drehbuch“ geschrieben, in dem das Setting, die Rollen, die Aufgaben der Akteur/innen und der Beobachter/innen (Studierende der Seminargruppe) charakterisiert und mehr oder weniger detailliert ausgestaltet werden. Diese Beschreibung des Settings enthält auch Entwicklungen und Variationen von Verhalten, Reaktionen und Handlungen als Maßnahmen, die eintreten (können), wenn zum Beispiel sich eine Situation aus dem geplanten Ablauf wegentwickelt, ein Ereignis in die Situation einwirkt (z. B. eine Komplikation).
Die am Szenario beteiligten Akteure werden entsprechend ihrer Rollen vorbereitet. Lehrende sind in der Funktion der Instrukteurin/des Instrukteurs tätig. Das heißt, sie planen das Szenario, steuern den Verlauf und ggf. Modifikationen. Bei der Reflexion übernehmen Lehrende eine zurückhaltende, begleitende, nachfragende, vertiefende, moderierende Position.
Das Szenario wird in einem Setting umgesetzt, das die Realität möglichst weitgehend abbildet. Das heißt, Raum, Personen, Handlungen, Situationen und Abläufe werden den Anforderungen entsprechend vorbereitet. Gewählt werden Situationen aus dem fachlich-beruflichen Alltag/Kontext, die Studierenden übernehmen mit der Situation verbundene Rollen und agieren entsprechend des vorab formulierten Lernziels in Echtzeit.
Im Rahmen der Auswertung (Debriefing) reflektieren die Teilnehmenden anschließend Situation, Sprechen und Handeln mit den weiteren Studierenden, die in einer Live-Übertragung das Szenario per Video verfolgen und anhand von Beobachtungsaufträgen sich in den Auswertungsprozess einbringen. Das Debriefing ist methodisch strukturiert. Zuerst beschreiben die Akteur/innen das Szenario anhand von unterstützenden Fragen. Aufbauend erfolgt die Analyse mit dem Ziel, dass die Teilnehmenden ihre Handlungen, ihr Vorgehen, ihr Agieren reflektieren, hinterfragen und zu Schlussfolgerungen kommen. Das Debriefing enthält keine Bewertung, kein Feedback, sondern zielt auf Reflexion und Selbstreflexion. Lehrende sind in der Moderator/innenrolle.
Dieses methodische Vorgehen entspricht nicht einem Rollenspiel, weil Setting und die Umsetzung in einer realen, der Realität nach empfundenen Situation und unter realistischen Parametern umgesetzt wird. Teilnehmende sagen regelhaft, dass sie sich im Szenario nicht in einer Übung, sondern in der tatsächlichen Situation befinden. Mit der simulativen Pädagogik wird möglich, durch Transfer und lernzielgebundene Anwendung das Realistische dieser Maßnahmen gezielt in die Vorbereitung der Studierenden auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts, in Teamfähigkeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die gemeinsame Entwicklung von Lösungen von Praxisproblemen einzubringen.