Praxisbeispiel

eLearning with Water: Between Landbased Learning and E-Portfolio

Lehrende
Prof. Dr. Caroline Rosenthal, Jun.-Prof. Dr. Alexandra Toland, Claire Waffel, Andrin Albrecht
Letzte Aktualisierung
Hochschule(n)
Fächergruppe(n)
Zielgruppe(n)
Format | Modus

|

Angesichts globaler Wasserkrisen und schwindender Süßwasserressourcen zielt dieses Projekt darauf ab, die Beziehungen zwischen Mensch und Wasser neu zu betrachten und ein neues Wasserbewusstsein zu entwickeln, das Fragen der ökologischen und sozialen Gerechtigkeit ebenso berücksichtigt wie symbolische und metaphorische Aspekte des Wassers. Diese politischen und poetischen Dimensionen des Wassers wurden mithilfe analytischer, empirischer und theoretischer Methoden untersucht, die künstlerische, intuitive und multimediale Ansätze integrieren. Indem das Projekt der Strömung der Blue Humanities folgt – einem aufkommenden Forschungsfeld, das sich mit den kulturellen, historischen, philosophischen und künstlerischen Dimensionen von Wasser und aquatischen Umwelten beschäftigt –, versucht es, die Grenzen zwischen verschiedenen akademischen, institutionellen und epistemologischen Bereichen zu verwischen.

In einem Blended-Learning-Format kombiniert das Projekt wasserbezogene Präsenzlernphasen vor Ort in einem „grünen Klassenzimmer“ mit Online-Lehre. Während der Vor-Ort-Termine erkunden wir die Flüsse Ilm und Saale durch sinnliche Spaziergänge, durch hydromorphologische Untersuchungen mit Unterstützung von Expertinnen und Experten aus den Naturwissenschaften sowie durch angeleitete kreative Schreibaufgaben. Diese Erfahrungen werden durch mehrere Close-Reading-Sitzungen theoretischer Texte über Wasser in und außerhalb der Literatur gerahmt und vertieft. Dieses Format ermöglicht es den Studierenden, sich zu den Outdoor-Präsenzterminen zu treffen und für den übrigen Teil des Seminars an ihren Heimuniversitäten zu bleiben. Um Leistungspunkte für den Kurs zu erhalten, müssen sie am Ende des Semesters E-Portfolios einreichen, die aus einem wissenschaftlichen Essay zu einem selbst gewählten Wasserthema sowie aus verschiedenen kreativen Reaktionen auf das bestehen, was sie über und von Wasser gelernt haben. Die kreativen Arbeiten der Studierenden werden in einer digitalen Publikation gesammelt.

Herausforderung in der Lehre

Die Herausforderungen dieses Projekt liegen weniger in der Lehre als in der abschließenden grafischen Umsetzung: in der Zusammenführung der kreativen Beiträge in einem e-Portfolio und der anschließenden Publikation über „Digitale Bibliothek Thüringen.“ Dafür ist eine enge Zusammenarbeit mit einer Grafikdesign-Fachperson über einen längeren Zeitraum hinweg nötig, inklusive mehrerer Revisionsdurchgänge und eine klare Kommunikation mit den Studierenden von Anfang an, in welcher Form Publikationsmaterial eingereicht werden muss und welche Änderungen zur ästhetischen Zusammenführung daran vorgenommen werden dürfen. Idealerweise verfügt eine:r der Seminarleitenen selbst über hinreichende Design-Kenntnisse, um die Gestaltung des Portfolios aus einer mit den Seminarinhalten vertrauten Position vornehmen zu können.

Ziele Ihres Praxisbeispiels

Ziel des Projekts ist es, Studierende auf Bachelor und Masterstufe aus Kunst, Design und Geisteswissenschaften in einem interdisziplinären Lernformat zusammenzubringen, um neue Perspektiven auf Mensch-Wasser-Beziehungen zu entwickeln. Ausgehend von Ansätzen der Blue Humanities sollen ökologische, kulturelle, politische und ästhetische Dimensionen von Wasser gemeinsam untersucht werden. Dabei geht es sowohl um die Analyse von Texten und theoretischen Konzepten als auch um die Entwicklung einer reflektierten Wahrnehmung von Wasser als ökologischem, sozialem und symbolischem Akteur. Ein weiteres Ziel besteht darin, wissenschaftliche Analyse mit künstlerischer und kreativer Praxis zu verbinden und Studierende dazu anzuregen, eigene Formen der Wissensproduktion zu erproben. Durch diese Verbindung von analytischen, empirischen und sinnlich-kreativen Methoden soll ein stärkeres Bewusstsein für Fragen von Umweltgerechtigkeit, Ressourcenknappheit und nachhaltigen Mensch-Umwelt-Beziehungen entstehen und in einer auch für Außenstehenden greifbaren Form online publiziert werden.

Voraussetzungen für die Umsetzung

Für die Umsetzung eines solchen Lehrformats sind mehrere organisatorische und institutionelle Voraussetzungen notwendig. Dazu gehört insbesondere eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Fachbereichen (Literaturwissenschaft, Design, Naturwissenschaften) sowie eine gemeinsame Lehrplanung und -koordination durch mehrere Lehrende. Wichtig ist außerdem die Kombination von digitaler Infrastruktur – etwa Lernplattformen für Materialien, Kommunikation und E-Portfolio-Abgaben – mit Präsenzformaten außerhalb des Seminarraums. Geeignete Gewässerorte für Exkursionen sowie die Möglichkeit, praktische Übungen vor Ort durchzuführen, spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Darüber hinaus ist die Einbindung externer Expert:innen, etwa aus Umwelt- oder Naturwissenschaften, hilfreich, um unterschiedliche Perspektiven auf Wasser zu eröffnen. Schließlich erfordert das Format ausreichend zeitliche Flexibilität, um sowohl analytische Diskussionen als auch kreative Arbeitsprozesse der Studierenden zu begleiten.

Vorgehensweise

Das Seminar ist als Blended-Learning-Format konzipiert und kombiniert digitale Lehrformate mit praxisorientierten Präsenzveranstaltungen im Freien. In Online-Sitzungen werden zentrale theoretische und literarische Texte zu Wasser, Klima und Umwelt aus dem Feld der Blue Humanities gemeinsam gelesen und diskutiert. Ergänzend dazu finden mehrere Exkursionen an Flüsse statt, bei denen die Studierenden Wasserlandschaften durch sensorische Spaziergänge, ökologische Beobachtungen und hydromorphologische Untersuchungen erkunden. Diese Erfahrungen werden durch kreative Schreib- und Wahrnehmungsübungen sowie durch Gespräche mit Expert:innen aus den Umweltwissenschaften vertieft. In individuellen Online-Konsultationen begleiteten die Lehrenden die Entwicklung eigener Projekte. Zum Abschluss dokumentieren die Studierenden ihre Ergebnisse in einem E-Portfolio, das einen wissenschaftlichen Essay zu einem selbst gewählten Wasserthema sowie kreative und künstlerische Beiträge umfasst.

Ihre Anregung oder Frage

Wir wünschen uns, dass die Praxisbeispiele kritisch betrachtet, genutzt und weiterentwickelt werden und damit lebendig bleiben. Nutzen Sie deshalb die Kommentarfunktion, um Ihre Einschätzung zum vorliegenden Praxisbeispiel zu geben. Teilen Sie Ihre Erfahrungen in der Umsetzung oder verweisen Sie auf ähnliche didaktische Methoden (bitte mit Referenzen oder Links). 

Ihre Einschätzung wird zunächst von uns geprüft und anschließend freigegeben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Anprechperson des Lehrkonzepts

Bild von Claudia Hoffmann

Claudia Hoffmann

Kontakt

Themenauswahl