Praxisbeispiel

Digital Burnout – Fotografie, KI und digitale Plattformen: Bildpraktiken im algorithmischen Zeitalter lehren

Lehrende
Prof. Dr. Birgit Wudtke, Julia Albrecht & Anika Meier P
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Im Sommersemester 2025 wurde im Rahmen des Projektmoduls „Digital Burnout“ ein praxisorientiertes Lehrkonzept erprobt, das Fotografie, künstliche Intelligenz und digitale Plattformen miteinander verknüpfte. Ausgangspunkt war die Annahme, dass der digitale Raum nicht nur ein technisches Umfeld ist, sondern auch ein von Machtverhältnissen geprägter Ort, in dem Sichtbarkeit, Identität und Wert verhandelt werden. Ziel war es, diesen Raum nicht nur theoretisch zu analysieren, sondern ihn auch aktiv als künstlerischen und experimentellen Handlungsraum zu nutzen.

Das Lehrformat kombinierte Hybrid Teaching, Flipped Classroom und Tandem Teaching mit der Kuratorin Anika Meier, die praxisnahe Einblicke in digitale Kunst, NFTs und den Kunstmarkt vermittelte. Die Studierenden arbeiteten kontinuierlich an eigenen Projekten und nutzten reale Plattformen wie Substack, Instagram und eine NFT-Plattform, um ihre Arbeiten zu veröffentlichen und deren Wirkung im digitalen Raum zu reflektieren. Ergänzend dazu standen Online-Lehrvideos zur Verfügung, die Grundlagen zu KI-Anwendungen, deren Geschichte sowie ethische Fragestellungen vermittelten und als Basis für die praktische Arbeit dienten.

Ein zentraler Bestandteil war die enge Verzahnung von Theorie und Praxis: Inhalte aus den Lehrvideos und Diskussionen wurden direkt in künstlerische Experimente übersetzt. Die Studierenden entwickelten individuelle Positionen zwischen analoger Fotografie, KI-generierten Bildern und digitalen Distributionsformen. In regelmäßigen Feedbackformaten wurden die Arbeiten gemeinsam reflektiert und weiterentwickelt.

Die Exkursion nach Berlin stellte einen weiteren wichtigen Praxisbaustein dar. Während des Gallery Weekends erhielten die Studierenden Einblicke in aktuelle künstlerische und kuratorische Positionen, unter anderem durch einen Studio Visit bei Anna Ehrenstein sowie den Besuch ihrer Ausstellung. Diese Erfahrungen ermöglichten, die im Seminar behandelten Themen im direkten Austausch mit der künstlerischen Praxis zu vertiefen und kritisch zu hinterfragen.

Das Projekt zeigte, wie durch die Kombination aus digitalen Tools, künstlerischer Praxis und realen Plattformstrukturen ein Lernraum entstehen kann, in dem Studierende nicht nur Kompetenzen erwerben, sondern auch eigene Positionen innerhalb digitaler Bildkulturen entwickeln.

Herausforderung in der Lehre

Ziele Ihres Praxisbeispiels

– Entwicklung einer kritischen und reflektierten Haltung gegenüber KI, digitalen Plattformen und algorithmischer Bildproduktion
– Verbindung von theoretischem Wissen und künstlerischer Praxis in einem kontinuierlichen Arbeitsprozess
– Stärkung eigenständiger künstlerischer Positionen im Spannungsfeld von analoger und digitaler Bildkultur
– Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit aktuellen digitalen Werkzeugen (KI, Social Media, NFTs)
– Verständnis von digitalen Plattformen als Produktions-, Distributions- und Machtstrukturen
– Förderung kollaborativer Arbeitsweisen durch Tandem Teaching und gemeinsame Projektentwicklung
– Sensibilisierung für Fragen von Sichtbarkeit, Identität, Autorschaft und digitaler Ökonomie
– Erprobung neuer Lehrformate zur aktiven Einbindung der Studierenden

Voraussetzungen für die Umsetzung

– Grundkenntnisse in Fotografie oder visueller Gestaltung
– Offenheit im Umgang mit digitalen Tools und experimentellen Arbeitsweisen
– Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an Diskussionen, Feedbackformaten und kollaborativen Prozessen
– Zugang zu digitalen Endgeräten (Laptop/Smartphone) und Internet für die Arbeit mit KI-Tools und Plattformen
– Nutzung einer Online-Plattform (z. B. Moodle) als zentrale Kursbasis für Materialien, Kommunikation und Organisation
– Nutzung von Plattformen wie Substack, Instagram oder NFT-Plattformen als Teil des Lernprozesses
– Interesse an theoretischen Fragestellungen zu KI, Medienkultur, Feminismus und digitalen Machtstrukturen
– Bereitschaft, eigene Arbeiten öffentlich zu präsentieren und zu reflektieren

Vorgehensweise

Die Vorgehensweise folgte einem prozessorientierten, iterativen Aufbau. Bereits vor Kursbeginn wurden zentrale Inhalte in Form von Online-Lehrvideos aufgezeichnet und zusammen mit allen relevanten Materialien auf der Lehrplattform (z. B. Moodle) bereitgestellt, sodass sich die Studierenden eigenständig vorbereiten konnten.

Im Seminar selbst stand die praktische Anwendung im Vordergrund: Erste Ideen wurden in kurzen experimentellen Aufgaben erprobt und im Verlauf des Semesters zu individuellen Projekten weiterentwickelt. Regelmäßige Feedbackformate in der Gruppe ermöglichten eine kontinuierliche Reflexion und Weiterentwicklung der Arbeiten.

Der Arbeitsprozess war in Phasen organisiert, die sich zwischen Exploration, Vertiefung und Präsentation abfolgten. Externe Impulse durch Workshops und Exkursionen wurden gezielt eingebunden und in die Projektentwicklung integriert. So entstand ein offener Lernprozess, der auf eigenständigem Arbeiten, Austausch und schrittweiser Ausarbeitung künstlerischer Positionen basierte.

Ihre Anregung oder Frage

Wir wünschen uns, dass die Praxisbeispiele kritisch betrachtet, genutzt und weiterentwickelt werden und damit lebendig bleiben. Nutzen Sie deshalb die Kommentarfunktion, um Ihre Einschätzung zum vorliegenden Praxisbeispiel zu geben. Teilen Sie Ihre Erfahrungen in der Umsetzung oder verweisen Sie auf ähnliche didaktische Methoden (bitte mit Referenzen oder Links). 

Ihre Einschätzung wird zunächst von uns geprüft und anschließend freigegeben.

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Anprechperson des Lehrkonzepts

Bild von Claudia Hoffmann

Claudia Hoffmann

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