Praxisbeispiel

ICF! – Inclusion and Collaboration for the Future!

Lehrende
Prof. Dr. Sandra Neumann (UE), Prof. Dr. Andreas Seibel (HSN)
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Ziel des Projekts war es, ein praxisnahes, digitales Lernangebot zur Anwendung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) zu entwickeln. Es wurde die Idee verfolgt mit ICF! ein multimediales, modulares und kompetenzorientiertes Selbstlernkonzept zu erstellen, das in Lehrveranstaltungen pädagogisch-therapeutischer Studiengänge im Rahmen des Blended Learning eingesetzt werden kann. In einer wählbaren Modulstruktur sollen die Elemente durch flexible Online-Phasen des Selbststudiums führen. Der Fokus liegt dabei auf authentischen, partizipativ gestalteten Fallvorstellungen (Menschen mit Gesundheits- oder Teilhabebeeinträchtigungen & Angehörige) mit konkretem Lebensweltbezug. Studierende sollen hierdurch fallorientiert Wissen und Fertigkeiten zur Etablierung von Routinen für die pädagogische, soziale und therapeutische Praxis erwerben.
Die modulare Struktur von ICF! soll unterschiedliche Wissensstände aufgreifen: In transdisziplinären Basismodulen wird Grundlagenwissen zur ICF anhand von Praxisbeispielen vermittelt. In vertiefenden Aufbaumodulen sollen darüber hinaus berufspraktische Fertigkeiten zur Etablierung relevanter Routinen für die Beratung, Diagnostik/Bedarfsermittlung sowie Hilfe-/Förderplanung inkl. Evaluation erworben werden. Konkrete Lernmodule zu diversen Fallbeispielen mit Fokus auf die Bedarfsermittlung runden das Angebot ab.

Herausforderung in der Lehre

Die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF; WHO, 2001) liefert als bio-psycho-soziales Modell eine einheitliche Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes, der Behinderung, der sozialen Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen.
Die ICF gewinnt im deutschsprachigen Raum in den Bereichen der Rehabilitation, Hilfeplanung, Therapie und Schule zunehmend an Bedeutung. Es existierte jedoch bis 2026 kein attraktives multimodales, digitales Selbstlernkonzept für deren praktische Anwendung in Therapie & Pädagogik. Somit verblieb die ICF oft auf einer theoretischen Ebene.

Ziele Ihres Praxisbeispiels

Der modulare Aufbau des Selbstlernkonzepts ICF! ermöglicht eine flexible Einbindung, z.B. in interne Fortbildungen, Qualifizierungsmaßnahmen, Selbstlernangebote, die Aus- und Weiterbildung oder zur Sensibilisierung von Fachkräften in unterschiedlichen Arbeitsfeldern.
ICF! steht für alle Interessierten zur Verfügung: 100% kostenfrei, praxisnah, fallbasiert, barrierearm, multimedial und als Open Educational Resources (OER) unter CC BY-SA 4.0.

Voraussetzungen für die Umsetzung

Das digitale Selbstlernkonzept kann von Studierenden oder anderen Interessierten in eigenem Lerntempo durchgegangen werden. Im Projekt ICF! konnten insgesamt 7 längere Interviews geführt werden, woraus 59 Videos für die Lernmodule erstellt wurden. Das Selbstlernkonzept selber umfasst 5 Basismodule, 4 Aufbaumodule und 12 Module zu Fallbeispielen. Alle interaktiven Module wurden mit dem Programm Genially (https://genially.com/de/ ) gestaltet und beinhalten Quizze zur Selbstreflexion. Zudem wurde auf größtmögliche Barrierefreiheit geachtet. Dadurch soll eine möglichst hohe Verständlichkeit und Zugänglichkeit der Inhalte sichergestellt werden.
Das komplette Selbstlernkonzept ist kostenfrei und frei zugänglich auf der Webseite https://icf-lernen.de zu finden. Die erstellten Videos zum Projekt sind auf dem ICF! youtube-Kanal (https://www.youtube.com/@icfprojekt2025) auch unabhängig von den Lernmodulen verfügbar.

Vorgehensweise

Das Selbstlernkonzept ICF! wurde interdisziplinär und partizipativ gemeinsam mit Studierenden aus pädagogischen und gesundheitsbezogenen Studiengängen sowie mit Menschen mit Behinderungen und ihren Angehörigen gestaltet. Die folgenden Kooperationspartner:innen konnten gewonnen werden, die das Projekt mit ihren offenherzigen und spannenden Interviewbeiträgen bereichert haben: Kai (@kairobinbosch), Amelie & Björn (@we_roll_the_world), Nikolaos & Sarah (@nikolaos.pegasos), Greta (@somehowdeaf), Christoph (@stottern_aufgeklaert) und Linn (@linusbade).
Als Team mit Miriam Grunwald (UE) und Chris Mertinat (HS Nordhausen) konnte mit dem Tool Genially ein modulares, multimediales Selbstlernkonzept zur praktischen Arbeit mit der ICF (WHO, 2001) entwickelt werden.

Material zum Praxisbeispiel

Hilfreiche Links und Quellen

Ihre Anregung oder Frage

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Anprechperson des Lehrkonzepts

Bild von Claudia Hoffmann

Claudia Hoffmann

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