Das ursprüngliche Prüfungskonzept von Take-Home-Prüfungen sieht vor, dass Studierende aus der Hand der Prüfenden Prüfungsaufgaben erhalten und diese mit nach Hause nehmen, um sie dort zu bearbeiten, da die Bearbeitungszeit (z. B. mehrere Tage) vor Ort zu lange dauern würde. Die Prüfungsleistung erfolgt dabei im heimischen Setting (home) und ist im Gegensatz zur meist synchronen Fernprüfung eher vergleichbar mit einer Hausarbeit, die auch ohne Beaufsichtigung auskommt.
Das Spektrum möglicher didaktischer Umsetzungen kann dabei von Prüfungen mit individualisierten Prüfungsaufgaben bis hin zu Essayprüfungen reichen, die sich aus einigen Fragen zusammensetzen, die ausführlicher erarbeitet werden müssen. In letzterem Fall wird in der Regel vergleichbar mit der klassischen Hausarbeit eine Eigenständigkeitserklärung eingefordert, mit der die Eigenleistung sichergestellt werden soll. Digitale Take-Home-Prüfungen können technisch wie didaktisch sehr unterschiedlich gestaltet werden: Durch die vereinfachte Bereitstellung und Einreichung können die Zeitvorgaben von einer Stunde bis hin zu einigen Tagen variieren, und die Bearbeitungsform reicht von der Variante Download-Bearbeitung-Upload bis zur Nutzung von Lernplattformen mit Freitext- und MC-Aufgaben.